Energiesector blijft achter in AI-adoptie, ondanks toenemende druk
Chapter startet ein Trainingsprogramm, um die Pattsituation zu durchbrechen

Während AI in Sektoren wie Finanzen und Logistik rasant Einzug hält, hinkt der Energiesektor hinterher. Viele Energieunternehmen beginnen zwar mit Tools wie ChatGPT, doch konkrete Anwendungen bleiben aus. Das ist bemerkenswert, denn der Druck auf den Sektor nimmt gerade zu: Installateure warten auf schnellere Unterstützung, Personal ist knapp und technische Dokumentation stapelt sich. Das Amsterdamer AI-Unternehmen Chapter startet daher ein viermonatiges Programm, um Unternehmen dabei zu helfen, den Schritt von einzelnen Experimenten zu funktionierenden AI-Lösungen zu vollziehen.
AI als Lösung für sektorspezifische Engpässe
Die technische Komplexität innerhalb des Energiesektors ist groß. Unternehmen arbeiten mit Dutzenden von Produktvarianten, Handbüchern, die sich ständig ändern, und Installateuren, die direkte, präzise Unterstützung erwarten. Gleichzeitig sind Support-Teams überlastet und entscheidendes Wissen ist über verschiedene Abteilungen verteilt. „Gerade in diesem Zusammenspiel von Dokumentation, Support und Skalierbarkeit sehen wir die Chancen für AI – vorausgesetzt, man setzt sie sektorspezifisch und intelligent ein“, sagt Chapter-Gründer André Haardt.
Haardt gründete zuvor die Online-Lernplattform Squla und startete Chapter zusammen mit Rutger Laman Trip, um AI in technischen Umgebungen konkret anwendbar zu machen. Letztes Jahr sammelte das Unternehmen 3 Millionen Euro von den Investoren Rubio Impact Ventures und CapitalT ein, womit eine sektororientierte AI-Plattform aufgebaut wurde. Das neue Programm baut darauf auf, mit einem Fokus auf praktische Begleitung für eine breitere Gruppe von Unternehmen.
Kein generischer Prozess, sondern maßgeschneiderte Arbeit
Das Trainingsprogramm richtet sich an Unternehmen mit mindestens fünfzig Mitarbeitern, die täglich mit technischer Dokumentation, Kundenanfragen und Installateuren im Außendienst arbeiten. In kleinen Gruppen – maximal zehn Unternehmen pro Jahr – arbeiten die Teilnehmer vier Monate lang mit ihren eigenen Daten und Prozessen. Das Programm ist auf Anwendungen in den Bereichen HVAC, Solarenergie, Ladestationen, EMS und Batterietechnologie zugeschnitten.
„Viele Unternehmen beginnen breit und verlieren sich in den Möglichkeiten der AI“, so Haardt. „Wir drehen das um: Wir starten mit den konkreten Herausforderungen, die sie heute in ihrem Betrieb erleben.“
Praktischer Ansatz, unverbindlich.
Teilnehmer erhalten Zugang zu AI-Experten, bauen Pilots auf ihren eigenen Systemen auf und erhalten eine maßgeschneiderte AI-Roadmap. Die Teilnahme kostet 5.000 € pro Organisation. Der tatsächliche Wert des Programms liegt beim Doppelten; Chapter investiert selbst mit, um die Teilnahme für Unternehmen zu ermöglichen, die AI ernsthaft angehen wollen, aber noch nach dem richtigen Ansatz suchen. Es gibt keine Folgeverpflichtungen oder Lizenzen. Das Programm gilt als einmalige Investition in den Wissensaufbau.
Laut Laman Trip kommt das Programm zu einem entscheidenden Zeitpunkt. „Die Energiewende erfordert eine Beschleunigung, doch weltweit fehlt es an rund 18 Millionen Fachkräften. Unternehmen müssen daher intelligenter mit den Mitarbeitern arbeiten, die sie haben. AI kann dabei eine entscheidende Rolle spielen.“
Die Anmeldung erfolgt über die Website. Die Auswahl basiert auf einem Erstgespräch und der Eignung für das Programm.
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